Home > Kulturunterschiede > Interkulturelle Conversion, Geert Hofstede und seine Kulturdimensionen -Teil 5: Unsicherheitsvermeidung

Interkulturelle Conversion, Geert Hofstede und seine Kulturdimensionen -Teil 5: Unsicherheitsvermeidung

uncertainty principle
Attribution-NonCommercial-NoDerivs License by Mathieu Struck

Unsicherheitsvermeidung lässt sich definieren als der Grad, bis zu dem die Mitglieder einer Kultur sich durch uneindeutige oder unbekannte Situationen bedroht fühlen

Die Dimension Unsicherheitsvermeidung beschreibt auf welche Art Menschen mit Ungewissheiten und Unbekannten umgehen. Kulturen zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen um Ungewisstheit zu verweiden und haben ihre eigenen Rituale und Werte um mit Pünktlichkeit, Förmlichkeit, sozial-religiösen Angelegenheiten und mit Toleranz gegenüber Unklarem umzugehen.

Hofstede führt an, dass Kulturen mit einer hohen Ausprägung von Unsicherheitsvermeidung eine höhere Suizidrate aufweisen, mehr Alkoholiker, Unfalltote und Gefängnissinsassen haben. Firmen und Organisationen haben formalere Regeln und fokussieren auf taktische Operationen statt auf Strategisches Vorgehen. Kulturen mit hoher Unsicherheitsvermeidung tendieren dazu sehr expressiv zu sein: Sie reden mit ihren Händen, erheben ihre Stimme und zeigen Emotionen. Die Menschen scheinen aktiv, emotional oder gar aggresiv zu sein; vermeiden unklare Situationen und erwarten festgelegte Strukturen in Organisationen, Institutionen und in Beziehungen. Strukturen die ihnen helfen vorraussagbare und interpretierbare Aussagen über Events zu machen.

Dieser Post ist Teil einer Artikelserie über “Intercultural Conversion”. In dieser Serie soll die Frage gestellt werden, in welchem Maße sich kulturelle Prägung auf die Akzeptanz und die Conversionrate einer Webseite auswirkt und mit welchen Mitteln Webseiten an eine Zielkultur angepasst werden können.

Die einzelnen Teile finden sie unter folgenden Links:

Für Werbekampagnen in der Presse und im Fernsehn werden in Kulturen, die Unsicherheit vermeiden, häufig Experten herangezogen, wie z.B: Ärzte im weißen Kittel, die ein Produkt empfehlen. Werbung in Kulturen, die Unsicherheit akzeptieren, ist häufiger humorvoll ausgtestattet. Das was anders ist wird wird in High-UV Kulturen als Bedrohung angesehen und was “schmutzig”(unkonventionell) wird oft mit etwas gefährlichem gleichgestellt.

Im Gegensatz dazu tendieren Low-UV Kulturen zu einem höheren Kaffeekonsum, haben eine höhere Herzinfarktrate und mehr chronische Psychosen. Firmen fokussieren eher auf Langzeitstrategien als auf operatives Vorgehen. Diese Kulturen sind weniger expressiv und zeigen Furcht weniger offen; Die Menschen verhalten sich ruhiger ohne Aggressionen oder starke Gefühle zu zeigen; es scheint sie wären easy-going und entspannt. Was anders ist wird von diesen Kulturen eher als ausgefallen angesehen.

Ausprägung von Unsicherheitsvermeidung in verschiedenen Kulturen

Mit hohen Punktwerten schneiden latainamerikanische, romanische und Mittelmeerländer ab. Auch Japan und Südkorea haben höhere Werte. Eher mittlere Werte haben deutschsprachige Länder wie wie Österreich, Deutschland und die Schweiz. Mittlere bsi niedrige Werte gibt es für fast alle asiatischen Länder (außer Korea und Japan), für afrikanische Länder, sowie englischsprachige und nordische Länder und den Niederlanden. Westdeutschland erreicht 65 Punkte, Großbritannien 35 welches einen Unterschied zwischen diesen beiden Ländern deutlich macht obwohl sie sonst sehr ähnlich sind.

Unsicherheitsvermeidung – Umsetzung auf Webseiten

Einen Überblick darüber, welche Publikationen zum Thema “interkulturelles Webdesign” erschienen sind bietet der Post “Interkulturelles Web Design und Usability – Der Status Quo“. Im Folgenden wird beispielhaft beschrieben welchen Ansatz Aaron Marcus gewählt hat.
Hohe Unsicherheitsvermeidung niedrige Unsicherheitsvermeidung
Einfachheit, klare Metaphern, limitierte Auswahl und begrenztes Datenvolumen Komplexität mit viel Inhalten und Optionen
Versuche Vorraussagen und Vorschläge zu machen über die Folgen von Aktionen, bevor der Nutzer handelt Akzeptanz und Ermuterung zur Erkundung und Risiko
Navigationslösungen die verhindern, dass sich der Nutzer auf der Seite verirrt Navigation mit weniger Kontrolle, z.B. Links die ein neues Fenster öffnen, welches von der Ursprungsseite wegführt
Mentale Modelle und Hilfesysteme die versuchen Nutzerfehler zu vermeiden Mentale Modelle und Hilfesysteme die Helfen die grundlegenden Konzepte des Aufbaus der Seite und des “Großen und Ganzen” zu verstehen
Farben, Wording und Audio um Hinweis (redundante Hinweise) zu geben und Doppeldeutigkeiten zu vermeiden Verwendung von Farbe, Wording und Audio um Informationsgehalt zu maximieren (keine redundaten Informationen)

Maskulinität und Conversion

Folgt

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks