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Interkulturelle Conversion, Geert Hofstede und seine Kulturdimensionen – Teil 1: Einführung

The world is made up of different cultures
Photo by Sweet Trade [Photography]

Da sich Menschen rund um den Globus, je nach Herkunft und kultureller Prägung unterscheiden, verhalten sie sich auch im Internet unterschiedlich. Stellt man sich eine deutsche Webseite mit einer hoher Conversionrate vor, so ist es ein Irrglaube, dass es ausreicht, diese Webseite mal eben in spanische zu übersetzten um so auch im spanischen Markt eine hohe Conversion zu erzielen.

Dieser Post ist Teil einer Artikelserie über “Intercultural Conversion”. In dieser Serie soll die Frage gestellt werden, in welchem Maße sich kulturelle Prägung auf die Akzeptanz und die Conversionrate einer Webseite auswirkt und mit welchen Mitteln Webseiten an eine Zielkultur angepasst werden können.

Die einzelnen Teile finden sie unter folgenden Links:

Je nach Kultur werden Webseitenbesucher von einer anderen Farbwahl, anderen Bildern und anderem Wording angesprochen. Wichtig ist es deshalb auf die verschiedenen Zielmärkte individuell zugeschnittene und lokalisierte Versionen einer Webseite zu erstellen, um spezifische Kulturen gezielt anzusprechen und so eine maximale Conversion zu erreichen.

  • Welches Design funktioniert in Indien am besten?
  • Welche Headline und durch welches Wording können latainamerikanische User am effektivsten zu Kunden konvertiert werden?
  • Was muss im asiatischen Raum beachtet werden?

Die folgende Artikelreihe zum Thema interkultureller Conversion widmet sich der Beantwortung dieser Fragen. Hierzu ist es unerlässlich, vorerst ein wenig in die Theorie über Kulturmodelle reinzuschnuppern und sich mit den wissenschaftlichen Erkentnissen zu diesem Thema zu befassen:

Jeder Mensch ist individuell und trägt seine eigenen Denk-, Fühl und Handlungsmuster in sich, welche er im Laufe seines Lebens erlent und entwickelt hat. In Analogie zu einem Computer könnte man sagen, dass wir mit der gleichen Hardware geboren werden, es jedoch dann an unserer Umwelt liegt, mit welcher mentalen Software (Software of the mind) wir unsere Hardware bespielen.

Entscheidende Faktoren aus unserer Umwelt, welche die Grundlage unserer mentale Software bilden sind die Familie, die Nachbarschaft, die Schule, die Freunde, der Partner, der Arbeitsplatz, usw.

Der Teeverkäufer aus Kalkutta und der Wall-Street-Broker aus New York unterscheiden sich durch ihre mentalen Programme, ihre Einstellung zum Leben und ihren Umgang mit der Zeit.

Ein viel verwendeter Begriff um auf die unterschiedlichen mentalen Modelle einer Gruppe von Menschen zu verweisen ist “Kultur”.

Kultur bezeichnet die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet. (aus “Lokales Denken, Globales Handeln”, Hofstede (2006))

Nach Geert Hofstede, Professor für Organisationsanthropologie und internationales Management, der viele Jahre seines Lebens mit der Erforschung von Kulturunterschieden verbracht hat, gibt es 4 zentrale Begriffe um die Manifestationen einer Kultur zu beschreiben:

  1. Symbole – Bilder, Objekte, Worte und Gesten, denen eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben wird, welche nur von Mitgliedern der gleichen Kultur erkannt werden (z.B. Sprache, Kleidung, Flaggen und Satussymbole)
  2. Helden – Fiktive oder reale, lebende oder tote Personen, welche Eingeschaften besitzen, die in einer Kultur angesehen sind
  3. Rituale - Tätigkeiten, die von den Gruppenmitgliedern kollektiv ausgeführt werden und scheinbar keinen direkten Objektiven Nutzen bringen, jedoch wichtig sind um z.B. den Gruppenzusammenhalt zu Stärken oder führenden Persönlichkeiten das Recht zur Selbstbehauptung geben
  4. Werte – Früh im leben erworbene Neigung, bestimmte Umstände anderen vorzuziehen. Gefühle mit einer Orientierung zum Plus- oder zum Minuspol hin, z. B.: böse vs. gut, verboten vs. erlaubt usw.

Aus obigen Begriffe lassen sich noch keine konkreten kulturspezifischen Design-Patterns ableiten, hierzu müssen wir die eigentliche Leistung von Hofstede betrachten:

In einer groß angelegten Studie ließ Hofstede Fragebögen von  über 25.000 Menschen aus mehr als 50 Ländern ausfüllen, aus den Ergebnissen extrahierte er 5 verschiedene Kulturdimensionen und stufte jedes einzelne Land mit einem Zahlenwert auf diesen Dimensionen ein.

Hier die Dimensionen und Links zu Folgeposts zu jeder Dimension:

  • Machtdistanz (Power Distance)
  • Individualismus und Kollektivismus (Individualis)
  • Masculinity vs. Feminity (MAS)
  • Unsicherheitsvermeidung (Avoidance of Uncertainty)
  • Lang- oder kurzfristige Ausrichtung (Long-Term Orientation)

Detaillierte Ausführungen zu jeder einzelnen Dimension und wie sich dieses Wissen verwenden lässt um interkulturell auf einer Webseite zu überzeugen und somit die Conversionsrate zu erhöhen, finden sich unter den obigen Links.

Jetzt nächsten Teil lesen – Machtdistanz

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